HPV-Impfung für Erwachsene — lohnt sich das noch?
Die HPV-Impfung war lange ein Thema für Teenager. Heute wissen wir: Auch Erwachsene können profitieren — allerdings individuell unterschiedlich.
Der Blick auf die offizielle Empfehlung zuerst: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren, mit Nachholimpfung bis zum 18. Geburtstag. Danach endet die generelle Empfehlung — nicht aber die Zulassung der Impfstoffe. Eine Impfung im Erwachsenenalter ist möglich und kann sinnvoll sein; sie ist dann eine individuelle Entscheidung, die eine ehrliche Beratung verdient.
Der Grund für die Altersgrenze ist nüchtern: Die Impfung wirkt vorbeugend, nicht therapeutisch. Sie schützt vor HPV-Typen, mit denen man noch keinen Kontakt hatte — und je mehr Jahre sexueller Aktivität zurückliegen, desto wahrscheinlicher ist ein solcher Kontakt bereits geschehen. Aber: Kaum jemand hatte Kontakt mit allen relevanten Typen. Der aktuelle Impfstoff deckt neun von ihnen ab, und vor den für Ihr Immunsystem noch „unbekannten“ kann die Impfung auch Erwachsene weiterhin schützen.
In manchen Situationen lohnt die Überlegung besonders — etwa nach dem Ende einer langen Partnerschaft, wenn neue Kontakte bevorstehen, oder nach einer Konisation wegen Zellveränderungen: Hier gibt es Hinweise aus Studien, dass eine Impfung das Risiko erneuter Veränderungen senken kann. Eine Garantie ist sie nicht, und eine bestehende Infektion behandelt sie nicht.
Genauso wichtig ist, was die Impfung nicht ersetzt: die Früherkennung. Der jährliche Termin bleibt, ebenso der Pap-Abstrich — ab 35 kombiniert mit dem HPV-Test alle drei Jahre. Die Impfung senkt das Risiko, sie hebt es nicht auf.
Bleibt die Kostenfrage. Bis zum 18. Geburtstag zahlen die gesetzlichen Kassen; danach übernehmen viele Kassen die Impfung freiwillig als Satzungsleistung — nachfragen lohnt sich, sonst ist sie eine Selbstzahlerleistung. Ob die Impfung in Ihrer Situation sinnvoll ist, klären wir in einem kurzen Gespräch, gern im Rahmen der jährlichen Vorsorge — und bei der Anfrage an Ihre Krankenkasse helfen wir Ihnen.
Die Impfung ersetzt die Vorsorge nicht — sie ergänzt sie.

